Primärversorgung

PatientInnen und Versicherte der Sozialversicherung

Hochwertige Versorgung

Wie die hausärztliche Einzelpraxis ist auch eine PVE = Primärversorgungseinheit Ihre erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen! In einer Primärversorgungseinheit arbeiten für Sie mehrere ÄrztInnen der Allgemeinmedizin mit weiteren Gesundheits- und Sozialberufen zusammen, um Sie und Ihre Gesundheit möglichst gut betreuen zu können.


Hausarztprinzip & Kernteam

Sie behalten Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt in einer PVE. Am grundsätzlichen Vertrauensverhältnis zwischen Ärztin/Arzt und den PatientInnen ändert sich entsprechend nichts.

Die Ärztin oder der Arzt arbeitet mit KollegInnen zusammen und wird durch diplomierte Pflegekräfte und OrdinationsassistentInnen unterstützt. Diese Berufsgruppen bilden das Kernteam einer PVE.

PVE Zertifikat der Österreichischen Sozialversicherung

Videoeinblick in die Primärversorgung und das PVZ Enns

Das erweiterte Team für Ihre Gesundheit

In einer PVE können neben Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin und diplomierten Pflegekräften, je nach regionalem Bedarf, weitere Gesundheits- und Sozialberufe für Ihre Betreuung eingebunden sein: 

  • Facharzt bzw. Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde
  • PhysiotherapeutInnen
  • ErgotherapeutInnen
  • LogotherapeutInnen
  • PsychotherapeutInnen
  • Klinische PsychologInnen
  • DiätologInnen
  • Hebammen
  • SozialarbeiterInnen


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Ihre Vorteile:

Sie profitieren von diesen zusätzlichen GesundheitsexpertInnen und von einer vereinfachten Terminvereinbarung direkt in der Praxis. Die Verrechnung erfolgt direkt durch die PVE mit der Krankenkasse.

Zentrum und Netzwerk

Eine teambasierte PVE kann entweder als Zentrum (PVZ) an einem Standort, oder als Netzwerk (PVN) an mehreren Standorten geführt werden.

PVE als Gruppenpraxis

In einem Zentrum arbeiten alle ÄrztInnen, GesundheitsexpertInnen und Sozialberufe unter einem Dach. Das fördert eine engere Zusammenarbeit: Als PatientInnen erhalten Sie alle Behandlungen und Unterstützungsleistungen in einer Ordination und haben bei Bedarf auch eine Vertretung Ihres Hausarztes bzw. Ihrer Hausärztin vor Ort.

Sollte Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin gerade auf Akutvisite sein, müssen Sie nicht warten und können auch zu anderen ÄrztInnen im Zentrum gehen. Sie haben Zugriff auf die relevanten Informationen.

PVE als Netzwerk

In einem Netzwerk bleiben die ÄrztInnen in ihren eigenen Praxen und es wird zwischen den Standorten eng zusammengearbeitet. Dies ermöglicht Ihre umfassende Versorgung an den verschiedenen Standorten. Weitere Gesundheits- und Sozialberufe werden direkt in Ihre Behandlung miteingebunden.

Versorgungskompetenz

Eine PVE hat durch ihr Team aus ÄrztInnen und weiteren Gesundheits- und Sozialberufen breite diagnostische, therapeutische und pflegerische Kompetenzen für Ihre Gesundheit und kann Sie in vielen Belangen gut betreuen. Nicht nur, aber insbesondere für folgende PatientInnengruppen und Bedürfnisse ist eine PVE gut vorbereitet: 

  • Kinder und Jugendliche
  • ältere Menschen
  • chronisch kranke und multimorbide PatientInnen
  • psychosoziale Versorgung
  • Medikamentenmanagement
  • Gesundheitsförderung und Prävention

Durch das Team kann eine durchgehende, kontinuierliche Betreuung für Sie gewährleistet werden und viele Ihre gesundheitlichen Anliegen können durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Gesundheitsexperten abschließend behandelt werden.

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Gesundheitsförderung und Prävention

In den neuen Primärversorgungseinrichtungen sind neben der Behandlung von Krankheiten ausdrücklich auch Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung vorgesehen. Zusätzlich erhalten Sie auch Informationen über weitere Angebote zu solchen Aktivitäten in Ihrer Region. 

Was bedeutet das für Sie als Patient bzw. Patientin?

Prävention

Prävention bedeutet Vorbeugung: Das Eintreten einer Erkrankung soll verhindert werden und der Gesundheitszustand soll erhalten oder verbessert werden. Die Lebensqualität des Menschen steht im Mittelpunkt. Impfungen sind beispielsweise eine Maßnahme, um zu verhindern, dass eine Erkrankung (z.B. Grippe) eintritt.


Gesundheitsförderung

Mit Maßnahmen der Gesundheitsförderung wird an den Ressourcen von Menschen angesetzt und versucht, diese zu stärken. Beispielsweise können Aktivitäten in Gruppen (z.B. Walking-Gruppe) nicht nur die körperliche Fitness beeinflussen, sondern auch neue Kontakte zu anderen Menschen fördern, was das soziale Netzwerk und die Gesundheit stärkt. 

Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz meint, die Fähigkeit der PatientInnen, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und im Sinne ihrer Gesundheit gute Entscheidungen zu treffen. Angesprochen sind ganz alltägliche Fragen, wie z.B. wo finde ich Informationen zu Gesundheitsthemen? Welche Lebensmittel sind gesund? 

 

Gesundheitskompetenz hilft, die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern – ein Leben lang. Ist beispielsweise auf Lebensmitteln klar ausgewiesen, dass diese viel Zucker oder Fett enthalten, fällt es Menschen leichter zu entscheiden, ob sie sich gesund ernähren möchten oder nicht. 


Services der PVE


Öffnungszeiten

Ein besonderes Merkmal der neuen Primärversorgungseinheiten sind ihre längeren Öffnungszeiten. Diese verteilen sich auf Montag bis Freitag und decken auch Tagesrandzeiten ab. Je nach Bedarf und Region sind auch Samstagsöffnungszeiten möglich. Während dieser Öffnungszeiten ist stets zumindest eine Ärztin bzw. ein Arzt anwesend. Die Information, wann Ihr persönlicher Hausarzt bzw. Ihre persönliche Hausärztin anwesend ist, finden Sie auf der Webseite der Primärversorgungseinheit. 

Lotsenfunktion

Die MitarbeiterInnen der Primärversorgungseinheit, rund um Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin, unterstützen Sie auch bei Ihren Wegen durch das Gesundheitssystem. Im Rahmen der Lotsenfunktion erhalten Sie bedarfsgerechte Unterstützung, wie z.B. organisiertes Weiterleiten an einen weiterbehandelnden Arzt oder Ärztin, Vernetzung mit anderen Versorgungspartnern, wie Apotheken, FachärztInnen oder Ambulanzen, sowie Informationen über Selbsthilfegruppen.


Hausbesuche

Hausbesuche werden auch von PVE-ÄrztInnen weiterhin und im selben Ausmaß wie in Einzelpraxen durchgeführt. Bei Bedarf können diese auch von z.B. dem Sozialarbeiter bzw. der Sozialarbeiterin oder der Pflegekraft des PVE begleitet werden. Die PVE Webseite informiert gegebenenfalls zu den Voranmeldefristen, damit Hausbesuche noch am selben Tag stattfinden können. 


Terminmanagement

Viele PVE verfügen über ein Terminmanagementsystem und Erinnerungssystem, d.h. Sie werden z.B. per Anruf oder SMS an Ihren bevorstehenden Termin erinnert.


Webseite

Auf der eigenen Webseite der PVE finden Sie übersichtlich umfassende Informationen zu:

  • Öffnungszeiten und Anwesenheit der einzelnen ÄrztInnen 
  • Angebot an weiteren Gesundheits- und Sozialberufe und deren Praxiszeiten
  • Behandlungsspektrum und –schwerpunkte der PVE
  • Wo sich die PVE befindet und wie man sie am Besten erreicht

Ihr Besuch in der PVE

Voraussetzung


Wie in einer Einzelpraxis können Sie auch in einer PVE Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin wählen,  der oder die Sie bestmöglich betreut und Ihre Krankenhistorie kennt. Sollte dieser Arzt oder diese Ärztin einmal auf Urlaub sein, gibt es eine ärztliche Vertretung in der PVE. Sie bleiben aber grundsätzlich bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin.

Ein Wechsel in eine PVE ist quartalsweise möglich. Sollten Sie in einem Quartal bereits bei einem Hausarzt oder einer Hausärztin in einer Einzelpraxis gewesen sein, dann können Sie im Folgequartal gerne wechseln. Das gilt auch umgekehrt: Haben Sie für ein Quartal die PVE gewählt und einen Hausarzt oder eine Hausärztin dort besucht, so können Sie grundsätzlich im nächsten Quartal einen Hausarzt oder eine Hausärztin außerhalb der PVE aufsuchen. Akutfälle sind von dieser Regelung ausgenommen.


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Ein typischer Besuch in einer PVE

Beispiel 1: 

Herr L. ist seit vielen Jahren bei seinem Hausarzt und als dieser nun aus einer Einzelpraxis in ein PVE wechselte, folgte ihm Herr L. Er ist von den neuen Räumlichkeiten sehr angetan und schätzt das erweiterte Behandlungsangebot. Bei seinem heutigen Besuch benötigt er Unterstützung beim Ausfüllen einiger Formulare in Bezug auf Pflegegeld. Sein Hausarzt ruft kurz bei der diensthabenden Sozialarbeiterin an, die sich gleich um Herrn L. kümmern kann. Sie wird das Formular mit ihm in aller Ruhe ausfüllen und fährt bei einer der nächsten Visiten des Hausarztes zu Herrn L. mit, um zu sehen, welche Unterstützung noch benötigt wird.


Beispiel 2:

Aufgrund der großen Nachfrage hat das PVE nun auch einen Kinderarzt im Team aufgenommen. Valentin der Sohn der Familie K., die auch ihre Hausärztin im PVE hat, wird dort wegen einer starken Verkühlung behandelt. Das Fiebermessen übernimmt die Pflegekraft, die den Kinderarzt unterstützt. Valentin hat auch Lautbildungsschwierigkeiten: er lispelt immer wieder  – insbesondere wenn er aufgeregt ist. Die Logopädin sieht sich Valentin gemeinsam mit dem Kinderarzt an, um einen kindergerechten Therapieplan für Valentin zu besprechen. 


Beispiel 3:

Frau F. hat einen Termin bei ihrer Hausärztin bezüglich ihrer Schmerzen im unteren Rücken. Die Hausärztin telefoniert mit der im PV-Netzwerk tätigen Physiotherapeutin, um die Therapie gemeinsam abzustimmen. In der Ordination wird dann auch gleich ein Termin für Frau F. bei der Physiotherapeutin noch in derselben Woche vereinbart. Im nächsten Teammeeting des PV-Netzwerks besprechen die Hausärztin und die Physiotherapeutin nochmals den Fall. 


Teambasierte Primärversorgung in Ihrer Nähe

Bis 2021 soll es 75 Primärversorgungseinheiten (PVE) in Österreich geben. Die vorgesehene Anzahl pro Bundesland ist abhängig von der jeweiligen Einwohnerzahl. Einige Primärversorgungseinheiten wurden bereits eröffnet bzw. befinden sich in der Umsetzungs- und Gründungsphase.

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Weitere Auskünfte erhalten Sie bei der telefonischen Hotline Ihrer jeweiligen Krankenkasse.